Brawa 44147 elT 1017 der DRG (ET89)

BRAWA 44147 elT 1017 (ET89) der DRG

Katalogdaten:

Elektrotriebwagen Baureihe elT 1017 der DRG (Rübezahl), Epoche II, Betriebs-Nr.: elT 1017, mit Schneepflug.

Ausführung für Wechselstromsystem, mit eingebautem lastgeregeltem Premium-Digitaldecoder.

– für Sound vorbereitet
– Feinste Nieten und Gravuren
– Speichenräder aus Zinkdruckguss, fein detaillierte Drehgestelle
– epochengerechte Beleuchtung, mehrteilige Lampengehäuse
– vorbildgerechte Dachausrüstung, farblich abgestimmt
– fein gravierte Lüftergitter
– Chassis aus Zinkdruckguss
– Innenbeleuchtung eingebaut
– mit Inneneinrichtung ausgestattet
– filigrane Stromabnehmer, elektrisch voll funktionsfähig
– vorbildgerechte, unterschiedliche Raddurchmesser
– Schneepflug: nach Abnahme des Steckteils BRAWA Bügelkupplung voll funktionsfähig, Kurzkupplungen nur eingeschränkt verwendbar

Technische Daten:

Spur: H0
Bahn-Gesellschaft: DRG
Epoche: II
Stromsystem: Wechselstrom AC, Digital-Decoder, Motorola/Märklin-Format (auch DCC)
Schnittstelle: Elektrische Schnittstelle für Triebfahrzeuge mit 21pol. Steckvorrichtung
Motor: 5-pol. Motor mit Schwungmasse
Übertragung: Kardan auf zwei Drehgestelle, eine Achse mit Haftreifen
Länge über Puffer: 251,7 mm
Mindestradius: 360 mm
Kupplung: Schacht NEM 362 ohne KK-Kinematik
Spitzenlicht: 3-Spitzenlicht an beiden Fahrzeugenden, mit Fahrtrichtung wechselnd
Inneneinrichtung: Ja, mit Innen- und Führerstandsbeleuchtung ausgestattet
Umschaltbar auf Oberleitungsbetrieb: Ja
Erscheinungsdatum: Q2/2012
Geschichte:
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg plante man in Preußen die Elektrifizierung einiger schlesischer Gebirgsstrecken, darunter auch der sogenannten „Zackenbahn“ (nach dem Fluss Zacken) Hirschberg-Polaun.
Bei einer Bewährung der noch jungen Traktionsart versprach man sich aufgrund der schwierigen topographischen Verhältnisse erhebliche Einsparungen und eine günstigere Betriebsführung.
Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges verhinderte aber einen schnellen Abschluss der Arbeiten und so kam es erst 1923 zur durchgehenden Betriebsaufnahme. Da die Betriebsführung mit lokbespannten Zügen aufgrund des wechselnden Verkehrsaufkommens sehr umständlich war, kamen früh Überlegungen auf den Betrieb mit Triebwagen durchzuführen.
Die gute Eignung der ursprünglich für den Berliner Vorortverkehr beschafften ET 88, die zwischen Nieder Salzbrunn und Halbstadt verkehrten, bewogen die DRG weitere vierachsige elektrische Triebwagen zu beschaffen. 1927 lieferten die WUMAG in Görlitz in Zusammenarbeit mit LHW Breslau und den SSW-Werken insgesamt 11 Triebwagen, die zu dem Symbol der elektrischen Zugförderung in Schlesien werden sollten. Die markanten Fahrzeuge mit den offenen Einstiegsbühnen und Maximum-Drehgestellen wurden von der Bevölkerung „Rübezahl“ getauft, ein Name der eigentlich einen launischen Berggeist des Riesengebirges bezeichnet.
Die anfänglich grün lackierten und als „Breslau 511-521“ bezeichneten Triebwagen wurden immer paarweise mit bis zu acht leichten Einheitsnebenbahnwagen als Beiwagen eingesetzt. Zwischen Josephinenhütte und Grünthal verkehrte dann wegen des geringen Bedarfs ein Triebwagen solo.
Der größte Ansturm an Reisenden war immer an Wochenenden mit schönem Wetter und zur Wintersportzeit. Hier verkehrten dann bis zu drei Triebwagen mit zwölf Beiwagen. Anfang der 30er Jahre erhielten die Triebwagen dann die neue Bezeichnung elt 1011-1019 und den zweifarbigen Triebwagenanstrich.
Testbericht:
Optisch ist der Triebwagen ein echter „Hingucker“. Es sind sehr viele feine Details angesetzt. Allem voran die Schläuche an den jeweiligen Geländern der Stirnseiten. Das Gehäuse und die Anbauteile sind aus Kunststoff. Das macht sich leider an der Dachausrüstung deutlich bemerkbar. Die Hochspannungsleitung ist ebenfalls nur aus Kunststoff und liegt -zumindest bei meinem Modell- sogar auf dem Dach statt der Isolatoren auf. Die Leitung ist hier jeweils auch nur eingeklemmt und nicht gut befestigt. Die Stromabnehmer sind sehr filigran und damit mit Vorsicht zu behandeln. Die Bedruckung ist lupenrein.
Der Motor ist durchzugsstark. Die Kraft wird gut übertragen sodass der Triebwagen problemlos Steigungen und Wendeln meistert. Allerdings wird der Motor mit zunehmenden Fahrstufen sehr laut. Die Anfahrgeschwindigkeit ist zu hoch, sodass der Treibwagen sich bei Fahrstufe 1 ruckartig in Bewegung setzt. Das sollte aber mittels CV-Feintuning am Decoder (ESU LokPilot V4) besser hinzubekommen sein. Insgesamt ist das Fahrverhalten aber ausgewogen und vorbildgerecht nicht zu schnell.
Die gesamte Beleuchtung ist nicht so grässlich grell. Auch die Innenbeleuchtung ist angenehm gedämpft, und in der Lichtfarbe angenehm, sodass man sich als echter Passagier in der Tat wohlfühlen würde.
Der Schleifer ist leider sehr schlecht gelöst, sowohl von der Position, als auch von der Größe und Qualität. Der Unterteil des Schleifers kann sich aus den Kupferfedern herausschieben, und so zu Kurzschlüssen und Entgleisungen führen. Hier sind sauber verlegte Gleise Pflicht! Doppelkreuzungsweichen bringen den Triebwagen deutlich ins Schlingern, hier sind Entgleisungen möglich.
Beim Mapping des Decoders wurde etwas gespart. Es fehlt zum Beispiel die Möglichkeit zur Aktivierung der Direktsteuerung (ABV aus). Es steht nur die Variante Rangiergang mit abgeschalteter ABV (ESU-Standard) zur Verfügung. Auch dies lässt sich jedoch nachträglich mittels CV-Änderung einrichten.
Den Triebwagen gibt es auch als Version mit Sound-Decoder (ESU LokSound V4) unter der Artikelnummer 44149 sowie in Gleichstromversionen.
Fazit:
Für mich ein durchaus gelungenes Modell von BRAWA. Wirkliche Mängel sehe ich nur am schlecht gelösten Schleifer und der etwas zu laute Motor. Die Dachausrüstung könnte schöner sein, dann würde sie auch im Verhältnis zum hervorragend detaillierten Rest des Triebwagens passen. Dennoch bekommt man ein wirklich schönes Modell welches sich durch das erhabene Aussehen sehr schön über die heimische Anlage steuern lässt.
Bilder: