Die Roco Z21 kommt in einem für mein Empfinden sehr edlem Design daher. Kein unnötiger Schick-Schnack.

Roco Z21 Digitalzentrale

Seit gut einem halben Jahr spielte ich mit dem Gedanken die in die Tage gekommene Märklin CS 2 zu ersetzen. Hierbei muss man allerdings von “jammern auf hohem Niveau” sprechen, da die CS 2 nach wie vor eine moderne Multiprotokoll Zentrale ist.

Die z21/Z21 hatte ich schon länger als Kandidat in Betracht gezogen, da ich das Betriebskonzept, hier insbesondere die Freiheit bei der Herstellerwahl des Zubehörs, und der Kombination aus Hard- und Software interessant fand.

WICHTIG: Es gibt die “kleine” weiße Zentrale z21 für Einsteiger, und die “große” schwarze Z21 für Profis. Dazu später mehr.

Folgende Anforderung hatte ich an die Zentrale gestellt:

  • Geringe Baugröße, Display und Regler sind nicht zwingend notwendig
  • Offene Standards und Unterstützung durch iTrain
  • Protokolle DCC mit RailCom und MM (idealer Weise MM I und MM II)
  • Separates Programmiergleis, aber auch PoM (DCC)
  • Netzwerkinterface und dadurch erhöhte Kompatibilität z.Bsp. für Linux Betriebssysteme
  • Software zur Anbindung von Android Tablet oder Smartphone
  • Möglichst drahtloser Handregler in kompakter Bauform (nicht Smartphone!)
  • Die Zentrale soll System unabhängig sein, also möglichst alle Decoder unterstützen

Nach anfänglicher Skepsis -wir reden hier von einer schwarzen Blackbox für knapp 400,- Euro- gegenüber der Z21 fiel die Entscheidung dann dennoch.

Sicherlich war es etwas bekloppt sich für eine NICHT-MFX-Zentrale zu entschieden, obwohl ich derzeit über 20 Loks mit MFX-Decoder einsetze. Da jedoch der Großteil davon eigens von mir mit Märklin mSD und mSD/3 Decodern ausgestattet wurde, und somit voll DCC-fähig (außer Railcom) sind, bleiben nur noch 7 Loks mit Werksdecodern übrig. Diese können jedoch mittels Folgeadressen mit dem Motorola II Protokoll dennoch gefahren werden.

Hier muss ich jetzt im Nachgang zwar einige Loks anpassen, aber so muss ich immerhin mal wieder jede Lok “in die Hand nehmen” und kann bei der Gelegenheit gleich den Service mit erledigen.

Da die Z21 sogar das Motorola I Protokoll mit 14 Fahrstufen versteht, kann ich auch meine Märklin Messwagen weiterhin betreiben, oder sogar die alten Delta-Decoder ansprechen.

Nun aber zu den technischen Daten zur schwarzen Z21:

Steuert bis zu 9.999 DCC-Lokdecoder
Steuert bis zu 2.048 DCC-Weichendecoder
Einstellbare, stabilisierte Gleisspannung (12-24 V, 3 A) für einen ruhigen Fahrbetrieb
Kompatibel zu allen multiMAUS-Modellen und zur Lokmaus 2
Separater Programmiergleisanschluss mit Zimo-Decoder-Update
Automatische Lok-Erkennung und Rückmeldung via RailCom ©
Viele Schnittstellen: LAN, dreimal X-Bus, Roco-Rückmelder, Loco Net-, CAN- und
Booster-Bus, Sniff er-Bus
Software- und Sound-Updates über das Smartphone

Kompatibel mit allen multiMAUSModellen und der Lokmaus 2.
Viele Schnittstellen: LAN, 3-mal X-Bus, Rückmeldung, LocoNet- und
Booster-Bus, Hauptgleis (rückmeldefähig), Programmier- und Updategleis (rückmeldefähig)
Nachbildungen historischer Führerstände für höchsten Fahrspaß.
Einblendung eigener Hintergrundbilder für eine perfekte Atmosphäre auf den Führerstands-Apps.
Steuerung aller Loks mit DCC oder Motorola-Decoder per Smartphone.
Programmierung der Digitalfunktionen der Loks
Einfache und schnelle Konfiguration der CVs über eine grafische Oberfläche.
Verwaltung der kompletten Lokomotiv-Bibliothek in einer einzigen Anwendung
Steuerung von Weichen, Signalen und vielen anderen Digitalkomponenten

Steuern wie ein Lokführer
Modellbahnsteuerung über Smartphone und Tablet-PC
Eine gemeinsame App für Z21 und z21
Plug & Play System
Fotorealistische Führerstände
Komplette Bibliothek aller Loks, Waggons und Anlagenkomponenten
Für digitale Gleich- und Wechselstrom-Lokomotive ( DCC und MM )
P0M-Programmieren, P0M-Auslesen, CV-Programmieren und CV-Auslesen
Abwärts kompatibel zu allen MultiMAUS-Modellen und zur Lokmaus 2 über X-Bus- Anschluss
LocoNet-, CAN-Bus- und Sniffer-Bus-Anschluss
Programmierendstufe und separate Programmiergleisausgang
Einstellmöglichkeiten der Gleisspannung
Zimo-Decoder Update-Verfahren

Unterschiede z21start / z21 zur Z21:

Bei der z21start handelt es sich um die einfache Version ohne WLAN-Router. Diese ist in den günstigen Startsets enthalten. Durch den Kauf des WLAN Packages kann die z21start sozusagen zur z21 erweitert werden. Hierzu gibt es auch einen Code der sozusagen die Funktionen freischaltet.

Die z21 ist identisch zur z21start, jedoch ist hier im Paket der WLAN-Router bereits enthalten.

Beide Versionen unterstützen folgendes NICHT:

LocoNet-, CAN-Bus- und Sniffer-Bus-Anschluss
Programmierendstufe und separater Programmiergleisausgang
Einstellmöglichkeit der Gleisspannung
Zimo-Decoder Update-Verfahren

Die genauen Unterschiede sind diesem Flyer zu entnehmen: Vergleichsflyer z21 / Z21.

Betrieb der neuen Zentrale:

Da die Anleitungen sehr einfach sind, und alles im Set enthalten ist was man braucht, hier insbesondere das Netzteil welches ja bei Tante M grundsätzlich separat gekauft werden muss, ging der Start locker von der Hand, und die erste Lok bewegte sich bereits nach 5 Minuten über die Anlage.

Auch die Integration der zusätzlich angeschafften WLANmultimaus war in einer Minute erledigt: WLAN-Zugangspunkt auswählen, Passwort eingeben, IP der Z21 eintragen und fertig.

Auf dem (nicht im Lieferumfang enthaltenen) Android-Tablet wurde kurz die Z21 Mobile App installiert. Auch diese ist wirklich intuitiv zu bedienen und ist sehr schnell (zumindest auf meinem Tablet).

Nur eines: Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn unerfahrene PC-Nutzer vielleicht jemand im Hintergrund haben der zumindest weiß was eine IP-Adresse ist. Tiefgreifende Kenntnisse sind wirklich nur in bestimmten Fällen notwendig.

Mein persönliches Fazit:

Das Konzept der Zentrale ist durchaus durchdacht, und in den letzten Jahren (neu ist die Zentrale nicht) weiter gereift. Das Gleissignal wird sauber erzeugt, und ist sowohl Spannungs-, als auch Signalstabil (ich teste immer auf einem Gleis mit bewusst schlechten Kontakten und Interferenzen durch galvanisch getrennte Fremdsignale wie 230 Volt Wechselstom sowie Mobilfunk und WLAN-Einstreuung).

Die Bedienung ist kinderleicht, und auf der Produkt eigenen Webseite Webseite Z21 wirklich hervorragend dokumentiert und erklärt. Es gibt eine umfangreiche FAQ-Datenbank und alles wichtige zum Download.

Die absolut geniale WLANmultimaus sei hier nur am Rande erwähnt, da sie eigentlich nicht Bestandteil dieses Berichts ist.

Positiv:

  • Kleines kompaktes, und edles Design
  • Sehr geringe Wärmeentwicklung
  • Durchdachtes Konzept
  • Sauberes und stabiles Gleissignal
  • Durchdachte Software mit reichlich Ausstattung
  • Alles benötigte ist im Set enthalten
  • Quell-, System,- und Hersteller-Offen
  • Digitalprotokolle MM I / MM II und DCC mit RailCom
  • Unmengen von Zubehör anschließbar
  • Updatefunktion für ZIMO-Decoder
  • Die Zentrale ist sofort nach dem Einschalten verfügbar, keine Boot-Zeit.

Mankos:

  • Bei Märklin-MFX-Loks, hauptsächlich ältere mit Werksdecoder, können theoretisch nur die Funktionen F0(Licht) und F1 – F4 genutzt werden. Über einen Trick lassen sich weitere Funktionen bedienen. Dies funktioniert sogar mit der Alt-Ehrwürdigen Märklin CU 6021. Nähere Informationen dazu in diesem Beitrag.

Negativ:

  • Keine gemeinsame Lokdatenbank für alle Handregler
  • Fast alle Daten werden nicht in der Zentrale, sondern in der App gespeichert. Da die App auf mehreren Endgeräten laufen kann, gibt es unterschiedliche Datenstände. Allerdings können die Daten exportiert, und auf dem anderen Endgerät importiert werden. Unter Android habe ich das erfolgreich getestet. Hierbei ist wichtig, dass man zuerst eine “neue Anlage” in der App anlegen muss, ansonsten funktioniert der Import/Export auf ein anderes Gerät nicht.
  • Mit 360,- bis 450,- Euro Straßenpreis für eine Zentrale ohne Bedienteile und ohne Display sowie fehlendem Zentralem Speicher etwas teuer. Die Vielfältigen Anschlüsse und die anderen Vorteile rechtfertigen aber den Preis.
  • Das Netzwerkinterface beherrscht keinen DHCP-Client, und benötigt offene UDP-Ports im Netz zwischen Z21 und PC und/oder Endgerät. Dies könnte bei manchen unerfahrenen Nutzern zu Problemen führen. Allerdings ist diese Thematik gut dokumentiert.

Ein paar weitere Informationen sind innerhalb der Bildergalerie zu finden: